Theropoden

Tyrannosaurus Rex
Tyrannosaurus Rex

Der Stammbaum der Theropoden, der „Raubtierfuß-Dinosaurier“ ist recht kompliziert und ändert sich oft. Das liegt nah, denn es gibt viel weniger Funde von Theropoden als von anderen Dinosauriern. Manche Funde bestätigen die bestehenden Erkenntnisse, andere hingegen werfen neue Fragen auf.

Erste Theropoden

In der Trias tauchten die ersten Raubsaurier auf, Eoraptor und Herrerasaurus in Südamerika. Auf diese ganz frühen Theropoden passt die bestehende Ordnung nicht. Zudem gibt es nur wenig Funde aus dieser Zeit. Ebenfalls in der Trias lebten Coelophysis und seine Verwandten.

Dilophosaurus, die „Doppelkammechse“, lebte vor ungefähr 193 Millionen, im Unterjura, im Südwesten der USA. Man erkennt ihn gleich an den zwei parallel verlaufenden Knochenkämmen auf der Stirn. Was seine Einordnung angeht, ist sich die Wissenschaft nicht einig. Mal zählte er zu den Ceratosauriern, mal zu den Megalosauriern, oder als Binderglied zwischen Ceratosauriern und Coelurosauriern oder man zählt ihn zu den Coelophysoidea. Andere sehen ihn als frühen Vertreter der Theropoden, der weder zu den Ceratosauriern noch zu den Tetanurae gehört.

Ceratosauria

Im Jura kamen dann die Ceratosaurier. Ceratosaurus ist der Namensgeber der Gruppe Ceratosauria und wird oft als „urtümlich“ bezeichnet. In der Tat haben die Ceratosaurier ihren eigenen Ast im Stammbaum der Theropoden, zwischen den ersten Räubern überhaupt und der großen Gruppe der Tetanurae. Die Ceratosaurier hatten ihre Blütezeit im Oberjura, dann verschwanden sie von den nördlichen Kontinenten.

Neoceratosauria

Dafür breiteten sich nun die Neoceratosaurier auf dem Südkontinent Gondwana aus.  In der frühen Kreide tauchte dann Carnotaurus in Südamerika auf. Er gehört zu den Abelisauridae, die zusammen mit den Noasauridae die Grupppe der Neoceratosauria bilden. Wir wissen nicht so viel von ihnen, da der Fossilbericht für die südliche Halbkugel noch lückenhaft ist.

Tetanurae

Die nächste Gruppe sind die Tetanurae. Alle diese Tiere hatten einen Schwanz, der durch verknöcherte Sehnen besonders stabil war; somit konnten sie beim Lauf auf den Hinterbeinen gut balancieren.

Megalosaurier

Da waren die Megalosaurier aus dem Jura. Aus ihnen haben sich wahrscheinlich die Spinosaurier entwickelt. Sie hatten einen großen Rückenkamm, stumpfe Zähne und Reißkrallen.  Spinosaurus und Suchomimus lebten im damals tropisch grünem Afrika, Baryonyx in Europa,

Carnosaurier

Die Carnosaurier waren gewaltige Tiere mit einem schwerem Knochenbau. Zu ihnen gehört Allosaurus, der im Oberjura weit verbreitet war. Auf sie folgten in der Unterkreide dann die Carcharontosauridae, unter ihnen Giganotosaurus und Carcharadontosaurus.

Coelurosaurier

Die Coelurosaurier waren kleiner und leichter gebaute Tiere; ihr Name bezieht sich auf die dünnwandigen Hohlknochen, aus denen der größte Teil ihres Skelettes bestand. Unter allen Dinosauriern stehen sie den Vögeln am nächsten. Hier gibt es drei Gruppen: die gewaltigen Tyrannosauriden, die Ornithomimiden und die Maniraptora.

Frühe Coelurosaurier

Zu den Coelurosauria gehörten u.a. die Coeluriden, unter ihnen waren flinke Räuber wie Ornitholestes. Sie erlebten ihre Blütezeit vom Oberjura bis zur Unterkreide. Dann die Compsognathidae, Compsognathus aus Europa und auch Sinosauropteryx aus China, die wissenschaftliche Sensation von 1996.

Tyrannosauriden

Man mag es kaum glauben, doch auch die gewaltigen Tyrannosauriden um Tyrannosaurus Rex, Albertosaurus, und ihre Verwandten gehören in diese Gruppe.

Ornithomimosaurier

Die Ornithomimosaurier, die „Vogelnachahmer“ waren zweibeinige laufende Dinosaurier, die in vielem an heutige Laufvögel wie den Strauß erinnern: Struthiomimus, Gallimimus und der Namensgeber Ornithomimus. Zu ihnen gehörte auch Deinocheirus, von dem man bisher nur über 2 m lange Arme mit gewaltigen Klauen fand.

Maniraptora

Die Maniraptora („Handräuber“) waren kleine und mittelgroße Tiere mit dem im Vergleich zur Körpergröße größten Gehirn. Daher gelten sie als besonders intelligente, flinke Räuber. Der Name „Handräuber“ bezieht sich auf einen halbmondförmig gestalteten Knochen im Handgelenk, der ihre Hände beweglicher machte.

Ornitholestes war ein früher Vertreter der Maniraptora aus dem Jura. Dann die Therizinosauriden mit ihren langen Krallen und die Alvarezsauriden, die Insektenfresser. Schließlich Oviraptor aus der Mongolei und seine Verwandten.

Zu den Maniraptoren gehören schließlich auch Dinosaurier, die den rezenten Vögeln ähnlicher sind als der Oviraptor; sind bilden das Taxon Paraves. Zu ihnen gehören die Troodontiden um Troodon aus Nordamerika, und die Dromaeosauriden  um  Deinonychus, Dromaeosaurus, Utahraptor in Nordamerka und Velociraptor in Asien.

Die letztes in der Gruppe der Maniraptora kommen die Aves, das sind die Vögel. Das macht Sinn, denn die Maniraptora der Dinosaurierzei gelten als die unmittelbaren Vorfahren der Vögel. Viele von ihnen – manche Wissenschaftler sagen sogar, alle – waren gefiedert.

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